Ev.-luth. Trinitatis-Kirchengemeinde Leine-Weper

Moringen, Fredelsloh, Espol, Großenrode, Schnedinghausen, Lutterbeck, Oldenrode und Nienhagen

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Moringen

Aus der Geschichte der Ev.-luth. Kirchengemeinde Leine-Weper (bis 2008: KG Moringen)

Über die Anfänge einer christlichen Gemeinde in Moringen liegen keine zuverlässigen Berichte vor. Die erste Kirchengründung erfolgte um das Jahr 800 an der Stelle eines Thing- und Kultplatzes, am Rand des heutigen Oberdorfes. Eine nahegelegene Quelle führt heute den Namen „Opferteich“.

Im 11. Jahrhundert wurde an derselben Stelle die jetzige Martini-Kirche gebaut (seit den 1980er-Jahren in Privatbesitz). Sie befindet sich nur einen Kilometer von der später erbauten Liebfrauenkirche entfernt. Das Gründungsjahr der Martinikirche wird mit 1056 angegeben. Von 1090 bis 1491 unterstand sie dem Patronat Lippoldsberg. Danach erwarb die Stadt Moringen das Patronatsrecht. In den Jahren 1566 bis 1571 wurde die Martini-Kirche renoviert. Sie erhielt einen gotischen Chorraum. Während des 30-jährigen Krieges verfiel die Kirche. Von 1730 bis 1732 wurde sie notdürftig wieder hergerichtet.

Liebfrauen-Kirche: Seit dem 14. Jahrhundert gab es innerhalb der Ringmauern der Stadt die Kapelle „Mariae Virginis“ oder „Zu unserer Lieben Frauen“. Diese war von den Herren von Rosdorf gestiftet und 1374 an das Kloster Lippoldsberg abgetreten worden. Auf Betreiben des Plebanus Heinrich Herzians wird diese Liebfrauen-kirche 1490 neu erbaut und vergrößert. 1492 bestätigte eine Urkunde des Erzbischofs von Mainz die Umwandlung der Liebfrauenkirche – die bisher eine Filialkirche von St. Martini gewesen war – zur Pfarrkirche mit allen Gerecht-samen, Freiheiten und Einkünften. – Das Einführungsjahr der Reformation in Moringen kann mit 1542 angegeben werden. Der erste lutherische Pastor war Heinrich Negenstede.

1828 musste mit dem Abbruch der Liebfrauenkirche begonnen werden (das neue Kirchenschiff entstand erst in den Jahren 1847 bis 1850). Der Grund war der zu weiche Untergrund, durch den das Kirchenschiff baufällig geworden war. Lediglich der Turm – 1490 erbaut – blieb stehen und steht bis heute. Denn er ist gegründet auf etwa 500 senkrecht in den Boden gerammte Holzstämme. Der „moorige“ Untergrund hat aber auch hier seine Spuren hinterlassen: Denn der Turm steht auffällig schief. Er ist Richtung Norden geneigt – das ist z.B. an der Ausgangstür im Turm sehr deutlich zu erkennen. Der Turm sackte bereits während des Baus in diese Richtung. Diese Tatsache ist noch heute daran erkennbar, dass die Bauleute, als der Turm in halber Höhe fertig war, bereits „gegen zu mauern“ begannen. In den Jahren 2010 / 2011 wurden die unterirdischen, mittlerweile morschen Holzstämme mit modernen technischen Mitteln dauerhaft stabilisiert. – 2013 wurden im hinteren Bereich der Kirche – im Bereich unter der Orgel – moderne Gemeinderäume eingerichtet. Das alte Gemeindehaus wurde somit nicht mehr benötigt und wurde verkauft.

Das Kirchenschiff erhielt 1903 einen neuen Anstrich, ganz in den Farben und Formen des Jugendstils. 1971 wurde das Kirchen-Innere abermals grundlegend renoviert: Die Kirche erhielt ihre schlichten, aber hellen Weiß- und Gelbtöne. Auch der Sandsteinfußboden und die alten Holzbänke wurden entfernt. Statt dessen wurde ein Marmor-boden mit einer darunter gebauten Fußbodenheizung verlegt. Durch die Stühle besteht eine große Flexibilität, um das Kirchen-Innere für ganz unterschiedliche Gottesdienste entsprechend umzugestalten. Bedingt auch durch diese Tatsache ist der Kirchenbesuch in Moringen seit 1990 um gut dreißig Prozent gestiegen.

Besondere Erwähnung verdient die älteste der sechs Glocken der Liebfrauenkirche. Sie trägt das Datum vom 12.07.1263. Im Jahr 2013 wurde sie also 750 Jahre alt. Sie ist eine der ältesten in Südniedersachsen.

Aus dem Leben der Gemeinde:

  • Bereits bald nach dem Zweiten Weltkrieg bot die Kirchengemeinde Busfahrten für Senioren an: Seit mittlerweile 6 Jahrzehnten finden solche Fahrten jedes Jahr statt.
  • 1971 eröffnete die Kirchengemeinde ihren Kindergarten an der Burgbreite, mit 6 Gruppen und insgesamt 120 Kindern. Als er am 27. September 1971 eingeweiht wurde, erhielt der das Prädikat des „zur Zeit modernsten Kindergartens in der Hannoverschen Landeskirche“. 2013 zog der Kindergarten um in das neue und sehr viel großzügigere Gebäude im Stadtpark.
  • Unter den Pastoren Werner Brandes (in Moringen von 1967 bis 1972) und Udo Schlaudraff (1965 bis 1971) wurden zum ersten Mal Gottesdienste in neuer Gestalt eingeführt.
  • Seit Anfang der 70er Jahre gibt es eine sehr aktive Jugendarbeit. Ins Leben gerufen wurde sie bereits durch Pastor Wolf-Dieter Haardt (1973 bis 1989).
  • Ende der 70er Jahre begann Pastor Manfred Hickmann (1979 bis 1994), jährlich Seniorenfreizeiten durchzuführen, später fortgeführt durch Christa und Wolfgang Wiederhöft als Ehrenamtliche.
  • In den 80er Jahren war die Kirchengemeinde maßgeblich beteiligt an der Aufarbeitung der Moringer KZ-Geschichte. Im Gefolge davon wurde 1993 die Gedenkstätte im Torhaus eröffnet.
  • Vielfältig sind seit Anfang der 90er Jahre auch die verschiedenen Angebote für Kinder (KinderKirchenTage, Familiengottesdienste, große Zeltlager und vieles andere mehr).
  • Seit Anfang des neuen Jahrtausends finden hier in der Liebfrauenkirche verstärkt Konzerte statt, darunter auch durchaus besondere Konzerte statt: René Kollo ist hier aufgetreten ebenso wie Justus Frantz, Gerhard Schöne, Gunther Emmerlich und Iwan Rebroff.
  • Seit Ende der 1990er Jahre bietet die Kirchengemeinde Konfirmandenunterricht für 10-Jährige an, den sog. Mini-Konfer. Das zweite Konfirmandenjahr findet dann mit 13 Jahren statt, Konfirmation entsprechend wie früher mit 14 Jahren.

Die Gemeinden wachsen zusammen:

  • Bereits seit Jahrhunderten gehörten zur Kirchengemeinde Moringen die Kapellengemeinden Lutterbeck, Oldenrode, Nienhagen und Schnedinghausen.
  • Seit 1997 sind die Moringer PastorInnen zuständig auch für die Kirchengemeinde Großenrode.
  • Im Jahr 2003 begann die Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Fredelsloh und der Kapellengemeinde Espol.
  • Am 01.01.2009 schlossen sich diese 8 Kirchen- und Kapellengemeinden zur neuen Kirchengemeinde Leine-Weper Und es ist bereits deutlich geworden, dass dies einen Gewinn für unsere ortsübergreifende Gemeindearbeit gebracht hat, ebenso wie eine Erleichterung im Bereich Verwaltung.
  • Diese gute Zusammenarbeit weiter zu intensivieren – daran arbeiten die KirchenvorsterInnen und Pastoren, ebenso wie die weiteren etwa 200 ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die an irgendeiner Stelle ihren Beitrag zur Gemeindearbeit leisten.

Die Kirchengemeinde Leine-Weper gehört zum Kirchenkreis Leine-Solling. Dieser entsprang im Jahr 2001 einer Zusammenlegung der Altkirchenkreise Northeim, Einbeck und Uslar.

Die Geschichte der Liebfrauenkirche in der Übersicht:

1350:         Stiftung einer Marienkapelle durch die Herren von Rosdorf

1488:         Erhebung dieser Kapelle zur Stadtkirche. Unterstellt ist dieser Kirche die alte St. Ulrichskapelle am Deichwall, die am 01.03.1564 stillgelegt wird. Ihre Steine wurden nach dem Zweiten Weltkrieg zum Bau der Deichwallmühle verwendet.

1488:             Beginn des Turm- und Erweiterungsbaus. Neuer Name: „Kirche unserer Lieben Frauen Mariae Virginis“

1823:         Schließung der Kirche wegen drohender Einsturzgefahr. Gottesdienste fanden nun in der alten Martinikirche (erbaut um 1026) statt. Aus der Martinikirche stammen auch das jetzige Taufbecken und der alte Altar der Liebfrauenkirche.

1828:             Beginn des Kirchenschiffabbruchs. Der Turm bekommt eine neue Untermauerung und bleibt bestehen.

1847– 1850    Bau des neuen Kirchenschiffs

1971:         Abschluss der Renovierungsarbeiten im Innenraum

1976:         Große Restaurierung der um 1850 erbauten Giesecke-Orgel

2006:         Grundlegende Renovierung des Kirchturms einschließlich des Glockenstuhls

2011:         Stabilisierung des kompletten Kirchturmfundaments bis in 4 Meter Tiefe

2013:         Einbau der neuen Gemeinderäume im hinteren Bereich der Kirche

 

Das Altarbild des Künstlers Pablo Hirndorf (www.atelier-hirndorf.de):

Liebfr innen Altargemälde Hirndorf009

Text zum Altarbild:

Liebfr innen Altargemälde Hirndorf Text dazu011

Kontrastbild zum Altargemälde:

Liebfr innen Altargemälde Hirndorf010