Ev.-luth. Trinitatis-Kirchengemeinde Leine-Weper

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Heilig Abend in Nienhagen

Dezember 30th, 2010 · Keine Kommentare


Heiligabend-Gottesdienst 2010 in der St.-Johannis-Kapelle zu Nienhagen

oder

Auch eine weihnachtliche Geschichte

– Ein Rückblick –

Ein kalter Wintertag, dieser 24. Dezember 2010.

Nienhagen liegt seit Wochen unter einer dicken Schneedecke. Seit dem Mittag schneit es wieder und ein scharfer Nordostwind bläst die Schneeflocken durch die Straßen und um die Häuser unseres kleinen Weperortes. Da ist es behaglich in unseren warmen Häusern, in denen die Weihnachtsbäume aufge­stellt und die Geschenke für die Bescherung am heutigen Heiligabend bereitgelegt sind.

Wir sind voller Vorfreude.

Um 14.30 Uhr beginnen die Glocken unserer St-Johannis-Kapelle zu läuten und laden ein zum traditionellen Heiligabend-Gottesdienst in unsere mittelalterlichen Wehrkapelle, die wie eine Festung unser Dorf überragt. Trotz Eis und Schnee verlassen wir Nienhäger und Nienhagener unsere warmen Stuben und machen uns auf den Weg, um im Schutze der dicken Mauern unserer Kapelle – wie jedes Jahr – gemeinsam Gottesdienst zu feiern, die Weihnachtsgeschichte zu hören und Weihnachtslieder zu singen.

Schon beim Betreten unseres mittelalterlichen Gotteshauses umfängt uns weihnachtliche Stimmung. Unser Blick fällt auf den stattlichen Tannenbaum, der rechts neben dem Altar stehend, mit roten Kugeln, weißen Stoffengeln und Strohsternen festlich geschmückt ist. Die Lichterkette gibt ihm weihnachtlichen Glanz, der, unterstützt von den Altar- und Leuchterkerzen, das Kapellenschiff in heimeliges Licht taucht. Und es ist warm hier.

Nach und nach füllt sich die Kapelle mit uns erwartungsfrohen Menschen, Erwachsenen wie Kindern. Die Sänger des Männergesangvereins Nienhagen treten vor die Gemeinde und stimmen – unter Leitung von Chorleiter Stefan Parzich –  zu Beginn des Gottesdienstes den vierstim­migen Satz „Weihnachtsglocken“ an, dessen Schlussgesang in das bekannte „Stille Nacht, heilige Nacht“ mündet. Pastor Dirk Grundmann und Kirchenvorsteher Eberhard Vaupel begrüßen herzlich die Gottesdienstbesucher und bedanken sich bei denjenigen, die zur Herrichtung der weih­nachtlichen Dekoration und zur Gestaltung des Gottesdienstes beigetragen haben.

„Vom Himmel hoch, da komm´ ich her“ und „Stille Nacht“ sind unsere schönen alten Weihnachtslieder, die wir als Gemeinde mit der Orgelbegleitung unseres Kirchenmusikers Günter Stöfer im Verlaufe des Gottesdienstes singen. Wir hören die Lesung der Weihnachtsgeschichte nach Lukas 2 in der Fassung der Kinder -Bibel von Kees de Kort. Schöne Weihnachtserinnerungen aus längst vergangenen Tagen, als wir selber noch Kinder waren, werden sicher bei mancher und bei manchem von uns wach. Stille .

„Adeste fideles – Nun freut euch, ihr Christen“ erklingt der Gesang des Männerchores, der diesen schönen, alten Chorsatz in einer Bearbeitung von Pasquale Thibaut vorträgt.

„Lasst eurer Fantasie einmal freien Lauf und fragt euch, was wäre wohl in einem Weih­nachtspäckchen, das euch der erwachsene Jesus von Nazareth heute, an diesem 24. De­zember, Heiligabend 2010, schicken würde?“ Pastor Dirk Grundmann beginnt seine Weih­nachtspredigt mit dieser ungewöhnlichen Frage. „Vielleicht eine Krippe oder ein Kreuz, um mir zu sagen: ´Sing nicht nur sanfte Weih­nachtslieder vom holden Knaben im lockigem Haar, sondern schau es dir an: Ich bin auch der Mann vom Kreuz?´“

Dirk Grundmann wählt noch einen anderen Ansatz. „Oder etwas ganz anderes?  Ein Sa­menkorn etwa, neben dem ein beschriebener Zettel liegt: „Viele Saatkörner fallen auf gu­tes Land. Und sie tragen Frucht: Manche 30-fach, manche 60-fach, manche 100-fach“. Die Gemeinde lauscht aufmerksam der Stimme  unseres Predigers, der letztlich schlussfolgert: „Jesus hat die Welt verändert, ohne ihn kein Luther, kein Martin Luther King, keine Mutter Theresa. Vielleicht nicht einmal ein friedlicher Mauerfall, Deutschlands erste, friedliche Revolution, die aus den Kirchen und damit aus IHM heraus gewachsen ist.“ Uns leuchtet ein, wenn Dirk Grundmann davon spricht, dass jetzt Weihnachten wieder viele Saatkörner ausgesät werden in den Kirchen weltweit. Es gilt, diese Samenkörner zu finden, denn: „Jesus lebte und er lebt. Und es wird unserem Leben gut tun, je weiter wir ihn herein lassen“, beschließt Dirk seine stimmige Predigt.

Der vierstimmige Chorsatz „Sancta Maria“ von Joh. Schweitzer in lateinischer Sprache, vorgetragen vom MGV, unterstreicht auf eindrucksvoll-harmonische Weise die gerade ge­hörten Worte. Nach Vaterunser und Segenswunsch erhebt sich die Gemeinde und mit Orgelbegleitung erklingt ein vielstimmiges und freudiges „Oh du fröhliche, oh du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit“! Beim abschließenden Orgelnachspiel spüren wir wohl alle: Jetzt ist Weihnachten und es werden noch viele Weihnachten folgen, weil Jesus unter uns ist.

ev

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