Wunschmauer in Moringen

Nachricht Moringen, 10. April 2020

Lange Zeit wird unser aller Leben anders sein. Lange Zeit werden wir nicht unsere Freunde sehen können oder unsere Oma. Und das fühlt sich komisch an und beklemmend. Wir müssen vorerst andere Wege suchen, wie wir in Kontakt bleiben können abseits des Smartphones.
Da ist es gut, wenn es einen Ort gibt, den man gemeinsam aufsuchen kann, ohne sich dort zu treffen – eine Wunschmauer, wie jetzt an unserer Liebfrauenkirche eingerichtet.
Solch eine Wunschmauer ist für vieles gut: Hier kann man gute Worte – befestigt mit Wäscheklammern – hinterlassen, die einem geholfen haben und nun ihren Weg in die Welt nehmen sollen. Mutworte, die einen entschlossenen Schrittes in die Zukunft gehen lassen.
An eine Wunschmauer gehören aber auch noch andere Dinge wie Ratschläge zur Freizeitgestaltung. Lieblingsrezepte können getauscht, Musiktips hinterlegt werden. Es gibt viel, über das man sich mitteilen kann und das einem anderen Freude bereitet und guten Mut, dass wir diesen Weg gemeinsam schaffen werden – trotzdem wir uns nicht sehen dürfen in dieser Zeit. Die Wunschmauer weitet den Blick nach vorne; sie soll mit Dingen angefüllt werden, die uns zuversichtlich in eine gute Zukunft blicken lassen.
Aber sie blendet die andere Seite nicht ab. Zu ihren Füßen sind ein paar Steine aufgetürmt, in deren Ritzen Klage- und Bittgebete abgelegt werden können, damit Herz und Seele frei werden – dann zeigt sich die Wunschmauer auch von ihrer prächtigsten Seite.